FAQ – Häufige Fragen

Dieses Kapitel entsteht aufgrund der Fragen von unseren Kunden oder Personen, die es erwägen, die Ernährungsweise ihres Vierbeiners auf eine natürliche, auf dem rohem Fleisch basierende zu wechseln. Diese Idee ist immer noch ziemlich wenig populär und obwohl es schon zahlreiche Bearbeitungen gibt, wird sie nicht  immer richtig vorgestellt oder sogar in ihrem Sinn verfälscht. Es ist also verständlich, daß viele Personen Bedenken und Ängste oder sogar Abneigung gegen diese einerseits einfacher andererseits anspruchsvoller und zeitaufwendiger Ernährungsmethode haben. Enstprechende Wissen, Geduld, Konsequenz und Mühe führen zu unschätzbaren Vorteilen in der Gesundheit, Vitalität und Lebenslänge des Hundes. Lohnt es sich darum zu bemühen und das für unseren besten Freund zu machen?

Die hier vorgestellten Informationen erschöpfen die angesprochenen Themen nicht, wir hoffen jedoch, dass sie behilflich sind, die Grundregel der Fütterung der Hunde besser zu verstehen und sie werden Inspirationsquelle für die Vertiefung des Wissens oder sie veranlassen, die bisherigen Fehler zu eliminieren.

 

Warum ist es empehlenswert, die Hunde mit roher Nahrung zu füttern?

 

Denn der Hund ein Fleischfresser ist und genau gesagt ein bedingter Fleischfresser. Seit der Domestikation des Hundes vergangen ca. 14.000 Jahre. Im Bezug auf die Evolutionsänderungen ist das so ein kurzer Moment, dass keine Tierart die Möglichkeit hätte, sich vom Fleischfresser zum Pflanzenfresser zu verwandeln. Die Hunde können sich natürlich verschiedenen Fütterungsarten anpassen, denn sie haben ein grosses Adaptationstalent (Anpassung an verschiedene Umgebungsbedingungen), aber sie sind Fleischfresser von der Natur. Natürliche Nahrung für Hunde und Caniden sind ihre Opfer aber auch Vögeleier und kleine Menge von pflanzlicher Nahrung (Inhalt des Verdauungssystems der Opfer, Kräuter, Grass, Obst).

 

 Welchen Einfluss auf die Gesundheit und das Behalten des Hundes hat die Fütterung mit dem rohen Fleisch?

 

Die Änderungen im Aussehen und Behalten des Hundes sieht man schon nach einigen Tagen nach dem Übergang zur Fütterung mit rohem Fleisch. Es ändert sich sein Metabolismus und desen erstes Zeichen ist die Änderung des Fells. Das neue Fell ist merh glänzend und gesünder. Da der Hund jetzt eine leicht verdauliche Nahrung bekommt, verbessert sich sein Appetit. Auch seine Aktivität ist viel größer, er hat besseres Wohlbefinden und ist mehr spielbereit. Sie leeren seltener aus, denn der größte Teil der Nahrung wird verdauut. Der allgemeine Gesundheitszustand des Hundes verbessert sich, die Widerstandsfähigkeit gegen verschiedene Krankheiten wird größer und die Lebenslänge steigert wesentlich.

 

Wann sollte man beginnen, die Hunde mit rohem Fleisch zu füttern?

 

Am besten wäre es, den Welpen, die gerade ihre Mutter zu saugen aufgehört haben, sofort das zarte, rohe Fleisch zu servieren. Am Anfang sollte es 4-5 Mahlzeiten sein, bestehend aus leichverdaulichem, gemahlenem Fleisch ohne Knochen und Knorpel (z.B. Geflügelfleisch oder Kanninchen). Die Welpendiät sollte schrittweise erweitert werden mit solchen Fleischarten, die Knochen und Knorpel enhalten, um ihnen das zum Wachstum unentbehrliche Kalzium zu liefern und auch mit Obst-Gemüse-Mischungen, Fischen und Ölen. Bis zum dritten Lebensmonat empfehlt man das rohe Fleisch mit anderen Zusatzstoffen insgesamt in Höhe von 8-10% der Körpermasse pro Tag zu geben. Nach dieser Zeit sollte man diese Menge bis 2-3% der Körpermasse pro Tag vermindern.

Mehr finden Sie bei: „Wie und womit sollte man die Welpen füttern?”

Im Falle der erwachsenen Hunde kann man das Füttern mit rohem Fleisch im beliebigen Zeitpunkt anfangen aber unter Beachtung der Prinzipien, die im Punkt „Wie sollte man das Trockenfutter durch das rohe Fleisch ersetzen?” beschrieben wurden.

 

Welche Zusammensetzungen sind optimal beim Füttern mit rohem Fleisch?

 

Man kann es nicht hindeuten, welche Zusammensetzung universal oder am besten für alle Hunde ist. Ernährungsbedürfnisse des Hundes sind von verschiedenen Faktoren abhängig, wie z.B. Alter, Gewicht, Rasse, Aktivität, Jahreszeit oder Gesundheitszustand. Außerdem haben die Hunde verschiedene Bevorzugungen und jeder aufmerksamer Besitzer eines Vierbeiners erkennt sie ohne Probleme.

Es gibt einige allgemeine Regel zur Nahrungsauswahl, wie z.B.:

  • die Nahrung soll ausgewogen sein, d.h. sie sollte alle unentbehrliche Nährstoffe enthalten, also Eiweiss, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine und Mineralien.
  • die Nahrung sollte abwechslungsreich sein, dadurch gewährleisten wir dem Hund alle o.g. Nährstoffe. Der Hund sollte auch gespannt sein, was seine Schüssel enthält. Unterschiedliche Geschmacks und Gerüche stimulieren den Gehirn des Hundes und regen sein Verdauungssystem zur Arbeit an.
  • während der Wachstumszeit sollte man das Fleisch mit größerem Anteil von Knochen servieren. Die Mischungen von Fleisch und Knochen oder Fleisch mit Knorpeln oder Zusatz von ganzen Knochen erlaubt es, die richtige, zur Enwicklung des Hundes notwendige Menge von Kalzium, Kalium und anderen Mineralien zu sichern. Die Diät sollte man auch mit Pflanz- oder Fischölen ergänzen.
  • Knochenstücke sind auch für die Hygiene des Zahnfleisches und der Zähne sehr wichtig und auch deswegen sollten sie ein fester Bestandteil der Diät des Hundes werden. Sie sollten aber nicht zu einer Hauptzutat werden, denn das Knochenübermass in der Diät kann zu großen Gesundheitsproblemen führen, u.a. zu der sog. Verstopfung oder Verhärtung im Verdauungssystem.
  • Ein fester Bestandteil der Diät des Hundes sollten die Innereien bilden, die ein Quelle von hochwertigem Eiweiss, Fettölen, Vitaminen und Mineralien sind. Sie können bis zu 10% der Mahlzeit bilden, wobei der Anteil von Leber sollte max. bis 5% beschränkt werden, da sie die Absorbtion der Vitamin A beeinflusst. Die Innereien mit dem Inhalt (Mägen, Pansen) sind bedeutend für die Entwicklung der Mikroflora dank der das Verdauungssystem des Hundes richtig funktioniert.
  • In der Herbst- und Winterzeit empfehlt man Fleischarten mit größerem Fettanteil zu servieren oder den Talg zu den Mahlzeiten zuzugeben. Das erlaubt dem Hund eine Schutzschicht vor der Kälte zu bilden.
  • Obst und Gemüse sind auch eine wichtige Ergänzung der Diät des Hundes und sie können bis 20% der Mahlzeit bilden. Es können u.a. Möhren, Petersilie, Porree, Rote Bete, Gurke, Salat, Mais, Zucchini sein. Aus unserem Angebot empfehlen wir zerkleinerte Obst-Gemüse-Mischung oder Möhren. Nicht jedes Obst und Gemüse darf der Hund essen (mehr darüber im Thema: „Was darf der Hund nicht essen?”) und manche (Kartoffeln, Hülsenfrüchte) kann man nur gekocht und in kleinen Mengen servieren.
  • Pflanz- und Fischöle verbessern die Verdauung und liefern wertvolle Komponente wie die ungesättigten Fettsäure zu, und deswegen sollten sie die feste Zutate der Mahlzeiten sein, besonders wenn sie keine Fische enthalten.
  • Im Falle der Allergie sollte man alle Allergene eliminieren. Wenn sie nicht bekannt sind, muss man eine Eliminationsdiät verwenden (wir geben eine Art. von Fleisch und eine Art von Obst oder Gemüse, um zu identifizieren, welcher Bestandteil allergen wirkt und zu eliminieren ist. Mehr darüber im Thema: „Welche Produkte sind für die Hunde mit Allergie geeignet?”

Bei der Auswahl eines entsprechendes Sets kann unser Diätkalkulator behilflich sein - https://www.as-pol.de/diat/ .

 

Was darf der Hund nicht essen?

 

Man kann es scherzhaft sagen, dass der Hund ein Pferd mit Hufen essen könnte, aber natürlich nicht auf einmal. Allgemein, alles was tierischer Ursprungs ist, kann vom Hund verdaut werden und manche Zutaten, die wir als Abfall betrachten (z.B. Knochen, Därme), spielen eine sehr wichtige Rolle in der Ernährung und der richtigen Arbeitsweise des Verdauungssystems des Hundes.

Außerdem sollte man von der Hundediät folgendes ausschliessen:

  • verdorbenes, schimmeliges Fleisch
  • gebratenes, gewürztes, behandeltes Fleisch (z.B. Koteletten, Wurst, Bockwürste, Wurstwaren)
  • gekochte Knochen – das Kochen verändert die Knochenstruktur, verhärtet sie und erschwert die Verdauung, was zur Verstopfungen führen kann. Die gekochten Knochen vom Geflügel oder Kaninchen zerfallen während des Kochens in kleine igelähnliche Stücke, die in die Wände des Verdauungssystems eindringen und sie beschädigen können.
  • Schokolade – schon die kleine Menge kann zum Erbrechen und Durchfall führen, und die größere Menge kann sogar den Tod des Tieres verursachen.
  • Gebäck – es ist für die Hunde schwerverdaulich und kann zu den Blähungen und Verstopfungen führen
  • Milch und Milchprodukte – der erwachsene Hund erzeugt kein Enzym, das Milch verdaut.
  • Pilze – die sind in jeder Form schwer zu verdauen für den Hund.
  • Rohe Eier
  • Süssigkeiten, Kaugummis - sie enhalten sehr oft Ksylitol, ein Süßstoff, der bei Hunden den Insulinspiegel erhöht und zur Beschädigung der Leber oder sogar zum Tode führen kann.
  • Weintrauben und Rosinen – sie verursachen Unverdaulichkeiten und Erbrechen.
  • Ampfer und Spinat – sie können Nierensteine verursachen.
  • Nüsse – wegen des grossen Fettanteil können sie zum Erbrechen und Durchfall führen oder sogar die Bauchspeicheldrüsenentzündung verursachen. Besonders gefährlich für die Hunde sind die Makadamia-Nüsse, die das Nervensystem beschädigen können.
  • Steine und Kerne vom Obst und Gemüse – sind für die Hunde giftig, enthalten Zyanid und in größeren Mengen können zum Schock oder sogar Tod führen.
  • Manche Früchte und Gemüse, darunter: Avocado, Zitrusfrüchte, Bananen, Ananas, Kirsche, Kiwi, Stachelbeeren, Erdbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Pflaumen, Pfirsiche, Nektarinen, Mango, Papaya, Zwiebel, Schnittlauch, Broccoli, Knoblauch, rohe Kartoffeln, Auberginen, Paprika, Gemüse, das Blähungen verursachen.
  • Salz, Pfeffer und andere Gewürze – sie stören die Arbeit des Verdauungssystems, der Leber und Nieren. Aus diesem Grund sollte man sorgsam die Mittagsreste, Chips, Salzstangen oder andere Snacks dem Hund geben.
  • Alkohol, Kaffee, Tee, Kakao – für den Hund giftig, können Vergiftungen, Erbrechen, Durchfall oder sogar Tod verursachen.

 

Wie wechselt man das Trockenfutter gegen das rohe Fleisch?                

 

Der Ernährungswechsel vom Trockenfutter zum rohen Fleisch kann in meisten Fällen sofort folgen, ohne irgendwelche Vorbereitung und ohne Schwierigkeiten. Es wäre empfehlenswert, dass der Hund ein Tag vorher zu fasten versucht und in der ersten Woche sollten die Mägen mit dem Inhalt ein wesentlicher Teil der Nahrung sein. Es kommt manchmal vor, dass der Hund am Anfang das rohe Fleisch nicht essen will. Man sollte ihm ein bisschen Zeit geben und eventuell nach einigen Stunden, ihm die zweite Portion vom rohen Fleisch zu servieren. In der Anfangsphase serviert man zarte und leichtverdauliche Fleischarten. Man kann die Diät regelmäßig ausweiten, indem man beobachten, was der Hund am liebsten isst.  Das Verdauungssystem des Hundes sollte sich schnell und problemlos auf die normale Arbeit umstellen.

Es wird jedoch häufiger eine Methode empfohlen, die dem Verdauungssystem des Hundes erlaubt, sich sanfter der neuen Nahrungsart anzupassen. Es ist sehr wichtig im Falle der älteren, geschwächten, nicht besonders aktiven oder allergischen Hunde. In der Übergangsphase, die 7 bis 14 Tage dauert, gibt man anfangs zum bisherigen Futter kleine, aber vom Tag zu Tag immer größere Portionen vom zarten rohen Fleisch. Abhängig davon, wie der Hund auf die neue Nahrung reagiert, regulieren wir in den nächten Tagen die Verhältnisse des bisherigen Futters und des rohen Fleisches so, dass die Mahlzeiten am Ende nur aus dem natürlichen Futter bestehen. In dieser Übergangsphase sollte man kein gemahlenes Fleisch mit Knochen oder nur Knochen servieren. Empfehlenswert ist das Geflügel- oder Kaninchenfleisch, als auch die Innereien und Mägen mit dem Inhalt. In den ersten Tagen kann man auch ausschliesslic Mägen mit dem Inhalt geben.

Unabhängig davon, wie wir die Nahrungsweise unseres Hundes wechseln, könnte man diese Entscheidung mit dem Tierarzt besprechen. Man sollte auch die Reaktionen des Hundes auf die neue Nahrung beobachten, um zu wissen, was er am liebsten isst, ob die neuen Geschmacke und Gerüche sein Neugier erwecken. Es kann passieren, dass in dieser Übergangsphase zu Erbrechen und Durchfall kommt. Nach 2-3 Tagen sollte alles zurücktreten, man sollte jedoch in dieser Zeit öfter mit dem Hund spazieren gehen. Man muss auch dem Hund den Zugang zum frischen Wasser sichern, um ihn nicht zu dehydrieren.

 

Ist die Fütterung mit rohem Fleisch teuer?

 

Dem Anschein zum Trotz, es muss nicht so sein. Es hängt natürlich alles von der Futterart, die wir auswählen, wenn aber der Vierbeiner für uns wichtig ist, geben wir ihm keine billige und mindertwertige Nahrung. Generell, die Kosten, mit denen wir rechnen müssen, wenn wir den Hund mit rohem Fleisch füttern möchten, sind vergleichbar mit denen, die wir tragen, wenn wir qualitative Dosenfutter oder sehr gute Trockenfutter kaufen. Nicht alles kann mit mit Geldwerten ausdrücken und bestimmt nicht die Gesundheit und das Leben von unserem lieben vierbeinigen Freund. Die Vorteile dieser Roh-Fleisch-Diät sind so gross, dass man sie nicht überschätzen kann. Der beste Beweis dafür ist so, dass es sehr selten passiert, dass jemand, der sich für diese Nahrungsweise entschieden hat, zum Trocken- oder Dosenfutter zurückkehrt.

Eine Erleichterung bei der Kostenberechnung ist unser Kalkulator - https://www.as-pol.de/diat/ .     

 

Warum hat mein Hund Durchfall nach dem rohen Fleisch?

 

Manchmal nach der Diätänderung vom Trockenfutter aufs rohe Fleisch kommt es vor, dass der Hund an Durchfall oder Erbrechen leidet. Das bedeutet, dass sich das Verdauungssystem noch nicht an die neue Nahrung  angepasst hat. Das kann 2-3 Tage dauern und wenn es ziemlich mild abläuft, sollte weder uns noch den Hund  beunruhigen. Wenn es aber oft passiert und heftig oder lange abläuft, sollten wir unbedingt den Tierarzt besuchen. Um dieses Umstellungsprozess problemlos zu übergehen, sollte man die Regeln beachten, die im Thema: ”Wie sollte man das Trockenfutter auf das rohe Fleisch wechseln?” beschrieben wurden.

 

Wie sind die Optimalmengen in der Ernährung mit rohem Fleisch?

 

Die allgemeinen Grundsätze bzg. der Portionsgröße bei der  Ernährung mit rohem Fleisch für junge und erwachsene Hunde stellt die Tabelle dar.

Gewicht des Hundes bis Normale und niedrige Aktivität (2% der Körpermaße) Hohe Aktivität (3% der Körpermaße)
10 kg 200 g Fleisch + 40 g Früchte- und Gemüsemix + 2 ml Öl 300 g Fleisch + 60 g Früchte- und Gemüsemix + 2 ml Öl
20 kg 400 g Fleisch + 80 g Früchte- und Gemüsemix + 5 ml Öl 600 g Fleisch + 120 g Früchte- und Gemüsemix + 5 ml Öl
30 kg 600 g Fleisch + 120 g Früchte- und Gemüsemix + 9 ml Öl 900 g Fleisch + 180 g Früchte- und Gemüsemix + 9 ml Öl

 

Die o.g. Werte sind nicht verbindlich. In der Praxis lernen wir ziemlich schnell, die entsprechenden Portionen für unseren Hung vorzubereiten. Die ändern sich je nach Futterart (Kallorienwert), Jahreszeit, Aktivität des Hundes, Alter und Stimmung.

Bei den Welpen sollten die gesamten täglichen Mahlzeiten 8-10% der Körpermasse bilden. Ab dem 3. Lebensmonat reduzieren wir die Dosis so, dass sie nach dem Wachstumsprozess 2-3% bilden.

 

Wie taut man das Fleisch am besten auf?

 

Ganz finfach - aus dem Gefrierraum früher rausnehmen und im Kühlschrank auftauen lassen. Wenn wir es eilig haben, können wir das Fleisch in ein Gefäß mit Wasser reinlegen. Noch scheller machen wir das in der Mikrowelle mit der Auftaufunktion.

Wir empfehlen nicht das Fleisch im Backofen, auf der Pfanne, in einem Topf, auf dem Heizkörper oder direkt in der Sonnenscheinen aufzutauen.

 

Muss das rohe Fleisch gekocht werden?

 

Nein. Das Verdauungssystem des Hundes ist von der Natur geeignet, das rohe Fleisch zu verdauen. Das Kochen ist sowohl unnötig als auch verursacht den Verlust von wertvollen Nährstoffen. In Verlust geht auch der für die Hunde wichtige Geschmack des rohen Futters. Eventuell kann man das Fleisch in der Übergangsphase kochen, wenn wir den Hund vom Trockenfutter auf das rohe Fleisch umstellen oder wenn der Hund krank ist und sein Zustand würde das begründen (es wäre empfehlenswert, sich vom Tierarzt beraten zu lassen). Definitiv raten wir davon ab, die Knochen zu kochen, denn das Kochen verändert die Struktur der Knochen, verhärtet się und erschwert die Verdauungsprozesse. Das kann zur Verstopfung oder lebensgefährlichen Blokierung führen.      

 

Kann ich das Trockenfutter mit dem rohen Fleisch mischen?

 

Es ist generell nicht empfehlenswert, verschiedene Futterarten zu mischen. Hauptsächlich aus diesem Grund, daß verschiedene Nahrungsarten verschiedene Verdauungsdauer haben können (das rohe Fleisch wird viel scheller als das Trockenfutter verdauut), was zu verschiedenen Verdauungsstörungen führen kann. In einem Extremfall kann das Trockenfutter in Verbindung mit dem getrunkenen Wasser im Verdauungssystem quellen, verhärten und zur lebensgefährlichen Verstopfung führen.

Völlig unbegründet ist die Voraussetzung, daß die Fleischportion zu klein ist und der Hund hat nicht satt gegessen, so muss man seine Mahlzeit mit dem Trockenfutter ergänzen. Denken wir daran, daß das gierige Essen kein Zeichen vom Hunger sondern vom guten Appetit ist. Wenn Sie aber auf das fertige Futter (trocken, gekocht oder aus den Dosen) nicht verzichten wollen, dann beachten Sie die Regel, daß man die verschiedenen Futterarten in einer Mahlzeit nicht verbinden sollte. Man kann z.B. am Morgen eine nicht zu große Portion des fertigen Futters dem Hund servieren und die zweite Mahlzeit sollte aus dem rohen Fleisch bestehen.

 

Was kann ich zum rohen Fleisch zugeben (Grütze, Reis, Kartoffeln)?

 

Die optimalen Nahrungskombinationen, die es garantieren, dem Hund alle nötige Mittel zum richtigen Funktionieren und zur guten Gesundheit zu liefern bestehen aus dem rohen Fleisch (mit verschiedenem Anteil von Knochen und Innereien), Obst und Gemüse (oder Obst-Gemüse-Mix) und dem Pflanzen- oder Fischöl. Auf das Öl kann man eventuell verzichten, wenn Fische ein fester Bestandteil (optimal ein mal in der Woche) der Hundediät sind. Ausser den fertigen Kombinationen gibt es auch sehr viele Pflanzprodukte, die wir zusammen mit dem rohen Fleisch dem Hund geben können, natürlich ohne diese, die im Punkt „Was darf der Hund nicht essen?” früher beschrieben wurden. Die Zugabe von Reis oder Puree-Kartoffeln ist richtig, soweit unser Hund keine Allergie hat.  Eine wertvolle Quelle von Vitaminen und Mineralien ist die Buchweizengrütze, die auch sehr guten Einfluss auf das Verdauungs- und Immunsystem des Hundes hat (hemmt die Glukoseabsorbtion ins Blut). Man kann dem Hund auch Hafergrütze und Hirse geben. Nicht empfehlenswert sind Grützen, die Gluten enthalten, das einer der Hauptfaktoren ist, die Allergie und Nahrungsintoleranz erzeugen können. Es geht v.a. um Graupen, Dinkel und Grieß. Wenn es keine allergische Reaktionen gibt, kann der Hund auch Nudel essen, aber nicht zu oft, es wäre besser sie mit Reis oder Grütze zu ersetzen.

Wir sollten dabei nicht vergessen, daß Reis oder Kartoffeln nur Zusatz in der Mahlzeiten des Hudes bilden sollten. Man muss auch berücksichtigen, daß der Hund die Zellulose nicht verdaut, deswegen müssen alle pflanzliche Zusätze im ungesalzten Wasser gekocht (Reis, Grütze, Kartoffeln) und Obst verkleinert werden.         

 

Sind die Reste vom unseren Mittagessen für den Hund schädlich?

 

Sowohl aus Ernährungs- als auch Verhaltensgründen sollte man es berücksichtigen, daß die Fütterung des Hundes mit den Essensresten vom unseren Tisch den schlechten Einfluss auf ihn haben kann. Allgemein gesagt, ist der Hund ein Fleischfresser und sein Verdauungssystem ist in der natürlichen Weise dazu geeignet, das rohe Fleisch zu verdauen. Im Domestikationsprozess haben sich die Mechanismen verändert, die den Metabolismus des Hundes steuern, darunter auch die Toleranz gegen die „unnatürlichen” Produkte. Gekochte Grütze, Reis oder Nudeln sind durch den Hund gern und ohne negative Folgen gegessen. Genauso die meisten vom gekochten und zerdrückten Gemüse. Viel schlimmer ist es mit Salz und anderen Gewürzen, Zucker, Essig, Senf, Ketchup, Mayo und verschiedenen Sossen. Die kleine Menge von diesen Gewürzen ist natürlich kein Problem, wenn es aber ein fester Bestandteil des Futters ist, kann zu verschiedenen bedeutsamen Störungen der richtigen Arbeit des Verdauungssystems unseres Vierbeiners führen und eine Krankheit oder Allergie verursachen. Es wäre also viel besser, auf sie zu verzichten oder stark zu beschränken.

Mehr darüber im Thema: „Was darf der Hund nicht essen?”

 

Welche Produkte sind für den Hund mit Allergie geeignet?

 

Bei den Hunden haben die Allergien gewöhnlich den sekundären Hintergrund und sind Konsequenz der Ernährungsfehler ihrer Besitzer. Die entsprechende Diät schon seit der Welpenzeit beschränkt bedeutsam das Risiko der Allergie beim Hund. Wenn das Problem nach dem Wechsel des Trockenfutters aufs rohe Fleisch entsteht, sollte man sofort etwas vornehmen, um das Allergen in der Nahrung zu eliminieren. Es ist gewöhnlich das Eiweiss vom Rind oder Schweinefleisch, seltener vom Geflügel oder vom pflanzlichen Produkt. Die Ausschlussdiät erlaubt in solchem Fall, die Diagnose zu stellen und das Allergen zu eliminieren. Diese Diät bedeutet, daß man die bisherigen Bestandteile der Nahrung mit einem neuen ersetzt (z.B. nur Lammfleisch und Karoten) und man beobachtet die Reaktionen des Vierbeiners. Wenn die Symptome nach 3 Wochen nicht zurücktreten, soll man die Zutaten mit den neuen ersetzen (z.B. Pferdefleisch und Kartoffeln). Diese Methode ist mühsam und zeitaufwändig, aber – im Hinblick auf das Wohlbefinden des Hundes – am besten. Es ist sehr wichtig, daß man diese Diät mit der aufmerksamen Beobachtung des Hundes verbindet, am besten mit häufiger Konsultation mit dem Tierarzt. Ziemlich sicher, selten sensibillisiert sind solche Produkte wie: Lamm, Pferdefleisch, Wildfleisch, Kaninchen und Fische. Von pflanzlichen Produkten empfehlt man Karotten und Rote Beten.

 

Wie und womit sollte man die Welpen füttern?

 

Die Ernährung der Welpen mit rohem Fleisch kann gleich nach der Enwöhnung beginnen. Am Anfang sollte man das zarte, gemahlene Fleisch in 4-5 Portionen servieren. Das kann Geflügelfleisch, Kaninchen, Kalb- oder Lammfleisch und Innereien sein. Nach einigen Tagen kann man das zarte Fleisch mit Knochen, Fische, Obst-Gemüse-Mixe und Öle einführen. Wertvoll in der Anfangsphase sind auch zarte Knochen wie Hünerhälse, Flügel und Krähenfüsse, die nicht nur eine gute Quelle von Nährstoffen sind, aber auch ausgezeichnet das Zahnfleisch massieren. Wir vergrößern die Portionen regelmäßig und reduzieren ihre Häufigkeit (in der 6-8. Lebenswoche 3 Mahlzeiten pro Tag). Wir führen in die Diät das Rind- und Pferdefleisch (darunter die Mägen mit dem Inhalt). Sehr wichtig ist es auch, dem Hund in der Phase des intensiven Wachstums die notigen Calzium und Phosphor zu liefern. Das ist auch der Grund dazu, dass die Fleisch-Knochen-Mixe bis zum 6. Lebensmonat in der Diät dominieren. Die ganze Zeit sollten wir auch die Snacks aus Knochen und Knörpeln nicht vergessen.

In den ersten 3 Lebensmonaten sollte die Nahrung der Welpen 8-10% der Körpermasse bilden. Dann reduzieren wir es regelmäßig so, dass der einjährige Hund zwei Portionen am Tag bekommt, die 2-3% der Körpermasse bilden.   

 

Sollte man dem Hund verschiedene Fleischarten geben?

 

Nimmt man an, dass unser Hund keine Allergie hat, dann wäre das abwechslungsreiche Menü die beste Lösung, sowohl wenn es um die Fleischarten, Fleischteile als auch deren Form geht. Das erlaubt, alle notwendige Nährstoffe zu liefern. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir in jeder Mahlzeit eine andere Fleischart servieren müssen. Ganz im Gegenteil – man sollte es merken, was der Hund am liebsten isst und daran halten. Manche Hunde mögen z.B. Schaff- oder Pferdefleisch nicht. Das ist kein Problem, ohne diese Fleischarten ist die Diät auch komplett und abwechslungsreich. Es ist wichtig, dass die Ernährungsweise unseres Hundes durchdacht ist und seine tatsächliche Bedürfnisse berücksichtigt. Achten wir darauf, dass sich im Menü nicht nur die Fleischteile befinden, aber auch Knochen, Innereien, Obst und Gemüse, ab und zu auch Fische und Öl und eventuell auch Mägen mit dem Inhalt (Pansen). Auf die Pansen wird verzichtet, denn sie haben unangenehmen Geruch für den Menschen, die Hunde essen sie aber gerne und dadurch bereichern ihr Verdauungssystem mit wichtiger Microflora.

Ein sehr wichtiges Argument für die abwechslungsreiche Diät ist ihr Wirken auf die Sinne und das Benehmen des Hundes. Neue Gerüche und Geschmäcke, verschiedene Knochen und Knörpeln, die zum Denken zwingen, um sie zu essen, stymulieren den Gehirn und das ganze Verdauungssystem des Hundes. Die Steigerung der Speichelerzeugung und der Magensäfte erleichtert die Verdauungsprozesse. Unser Hund ist einfach glücklich!

 

Ist Öl ein notwendiger Zusatz?

 

Die zwei wichtigsten Rollen, die in der Ernährung des Hundes die kaltgepressten Fisch- und Pflanzöle spielen, sind:

  • Erleichterung der Verdauungsprozesse
  • Lieferung der wertvollen Nährstoffe, darunter der unersättlichen Fettsäure und Vitamine

Die Ergänzung der täglichen Mahlzeiten mit niedriger Menge vom speziellen Öl beeinflusst günstig das Funktionieren der inneren Organe des Hundes, verstärkt sein Immunsystem, hat antientzündliche und Antikrebswirkung, reduziert Cholesterinwerte, beschränkt die Alterungsprozesse, verbessert die Sehkraft und das Funktionieren des Nervensystems.

Die Öle können wir mit Fische ersetzen, indem wir sie regelmäßig 1-2 mal in der Woche servieren. Am besten ist Lachs, Dorsch oder Flunder. Es können auch Sardinen, Forellen, Heringe oder Kärpfen sein. Der Fisch sollte roh sein, in Stückchen oder gemahlen, mit Gräten.

 

Sind die Mägen mit dem Inhalt unentbehrlich in der Diät des Hundes?

 

Sie sind nicht unentbehrlich aber sie spielen eine sehr wichtige Rolle in der Diät des Hundes. Die Rolle der Mägen mit dem Inhalt kann gewissermassen das zerkleinerte Obst und Gemüse ergänzt mit Suplementen (z.B. Bierhefe) spielen.

Wegen des Inhaltes, der Konsistenz und des unangenehmen Geruchs werden die unentleerten Mägen nicht gern vom Besitzer serviert. Die Auswahl der entleerten Mägen ist jedoch keine gute Alternative, denn der wichtigste hinsichtlich der Ernährung Teil ist eben der „schlimmste” teilweise verdauute Inhalt vom Kuh- Pferde- oder Schaffsmagen. Das ist die Quelle von wertvollen Mineralien und Vitamine, Balaststoffe und pflanzlichem Eiweiss, Fettsäuren und Microflora, die die Verdauungsprozesse unterstüzt und probiotische Wirkung hat (beschränkt die Entwicklung der schädlichen Bakterien). Die Mägen mit Inhalt verbessern die Peristaltik und helfen die Ablagerungen entfernen. Aus oben genannten Gründen empfehlt man sie in der Übergangsphase nach dem Wechsel vom Trockenfutter auf das rohe Fleisch – in den ersten Tagen können sie sogar ein einziger Bestandteil der Diät sein. Später wäre es empfehlenswert, dass sie ziemlich regelmäßig in der Schüssel des Hundes erscheinen, entweder als kleiner Zusatz einmal pro Tag, oder eine normale Portion alle paar Tage.

 

Mein Hund isst nicht alles, was ich ihm gebe, ist das normal?

 

Im Falle eines gesunden Hundes, der daran gewöhnt ist, mit rohem Fleisch geffütert zu werden, kann es bedeuten, dass ihm der Schüsselgehalt einfach nicht schmeckt. Wenn das eine neue Fleischart ist oder ein neuer Zusatz (Gemüse, Öl) kann man es sofort merken. Wenn die nächste Probe mit dem unerwünschten Bestandteil wird durch den Hund nicht akzeptiert, es ist besser, auf ihn zu verzichten. Wenn aber der Hund das gewöhnliche Essen bekommt und er isst es normal aber lässt etwas in der Schüssel, kann es bedeuten, dass er einfach satt ist. Das Fleischfutter ist kalorienreich, vor allem das Futter, das aus Muskelgewebe und Fett besteht, deswegen schon die kleinere Portion ist für den Energiebedarf des Hundes befriedigend.

Einige allgemeine Hinweise zur Futterdosierung für Hunde finden Sie im Thema: „Wie sind die Optimalmengen in der Ernährung mit rohem Fleisch?”

Man muss den Hund immer genau beobachten – gibt es in seinem Benehmen irgendwelche Symptome von Magenbeschwerden, Allergie, Krankheiten, Parasiten, Schwäche usw. Bei solchen Symptomen sind Konsultationen mit dem Tierarzt empfehlenswert.

 

Mein Hund interessiert sich für tierische Exkremente und trinkt Wasser aus der Pfütze. Ist das gefährlich?

 

Es ist nicht gefährlich sondern symptomatisch. Es ist darauf hinzuweisen, dass das Verdauungssystem des Hundes ganz anders als das menschliche funktioniert und ist zur Verdauung der anderen Nahrung geeignet. Es hat auch andere Microflora. Die für den Hund entsprechende Microflora befindet sich u.a. in Exkrementen der pflanzenfressenden Tiere, im stehenden Wasser oder im toten Fleisch. Die beste Quelle sind jedoch die ungereinigten Mägen. Die Hunde, die mit rohem Fleisch mit Zusatz von ungereingten Mägen gefüttert werden, interessieren sich kaum für die Exkremente. Es ist anders, wenn ein Defizit von „guten” Bakterien auftritt. Der Hund bemüht sich instinktiv sie zu gewinnen, indem er Wasser aus der Pfütze trinkt oder die Exkremente von anderen Tieren isst. Ein ähnlicher Mechanismus tritt im Falle des Vitamindefizit auf – der Hund isst Grass. Das sind natürlich nur Halbheiten, die die Bedürfnisse an nötige Nährstoffe nicht befriedigen.

 

Welche Produkte sind besser: in Stückchen, klein oder grob gemahlen?

 

Für den erwachsenen und gesunden Hund spielt es keine Rolle, ob er das Fleisch in Stückchen, klein oder grob gemahlen bekommt. Wenn das für ihn schmackhaft ist, dann frisst er es unabhängig von der Form und mit gleichem Effekt für das Verdauungssystem. Klein gemahlenes Fleisch empfehlt man den Welpen, den alten Hunden, den Hunden mit Verdauungsproblemen und in der Übergangsphase vom Trockenfutter zum rohen Fleisch. Das grob gemahlene Fleisch mit Knochen und Knorpeln kann in solchen Fällen schwer verdaulich sein, lagert sich im Magen oder in der Gedärme ab, verursacht Erbrechen, Verstopfung oder andere Verdauungsprobleme. Fleisch in Stückchen kann durch den Hund gekaut, gebissen und dadurch lieber gegessen. Ausserdem wirkt das günstig auf das Zahnfleisch und die Zähne. Ähnlich ist es auch mit dem Fleisch auf dem Knochen, mit Knorpeln und Sehnen. Vom Standpunkt eines Hundebesitzer, der fertiges Futter in Dosen kauft, grob gemahlenes Fleisch oder Fleisch in Stückchen ist leichter zur Identifikation. Der zuverlässige Produzent gibt aber gleich wertvollen Rohstoff auch für die Herstellung des gemahlenen Futters. Es ist sowieso leicht nachprüfbar.

Wenn es keine Gegenanzeigen gibt, dann ist es am besten, wenn wir die Diät unseres Vierbeiners abwechseln, nicht nur hinsichtlich der Fleischart aber auch der Form.

 

  

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